Früh beginnt der Tag für unsere Reisegruppe des Leuchturm e.V. – der Weg führt nach Hamburg zum Kinderhospiz „Sternenbrücke“.

Wir bestehen an diesem Tag aus frisch ausgebildeten sowie erfahrenen Familienbegleitern.
Ich bin mehr als gespannt auf das, was mich erwartet. Begegne ich tatsächlich dem Tod oder vielleicht doch dem Leben. Kälte oder Wärme.

An der Grenze zum Stadtteil Wedel erreichen wir unser Ziel – die Sternebrücke.

Gelegen in einem Stadtwald ähnlichem Gebiet Hamburgs erwartet mich ein wunderschönes und gepflegtes Gelände. Überall sehe ich fleißige Hände, die dafür Sorge tragen, dass es auch so bleibt. Im Eingangsbereich des Kinderhospizes werden wir in Empfang genommen und begeben uns zur Begrüßung in einen Vortragsraum.
Hier erfahren wir unter anderem etwas zur Geschichte des Hauses und zur Finanzierung dieser Einrichtung.
Seit Eröffnung im Jahre 2003 waren ungefähr 500 Familien zu Gast in diesem Hause. Die jährlichen Kosten für den Betrieb belaufen sich auf ca. 1,85 Millionen Euro. Zahlen die mich fast umhauen und mir doch gleichzeitig deutlich machen, dass der Aufwand für den Betrieb des Hauses viel größer ist, als ich es ahnte.

Es folgt eine Führung durch das Gebäude, das früher einer reichen Reederei-Familie gehörte und als Wohnsitz diente.
Als erstes spüre ich die Wärme in den besuchten Räumen, die mich nicht fremd fühlen lässt. Sie sind nicht steril, kalt oder abweisend. Sie sind fast einladend. In jedem Bereich des Hauses steckt so viel Liebe und Auge für das Detail. Wir durchqueren Kinder- , Jugend – und Erwachsenenzimmer. Räume die einem therapeutischem Zweck dienen. Der Snoezelen-Raum soll z.B. die Sinne des Bewohners ansprechen – Entspannung und Ruhe durch Sinnesreizung.

Auf den Fluren begegne ich lächelnden Kindern und Pflegekräften. Überall ist Bewegung und Leben. Eben das Leben, welches ich hoffte, hier zu finden.

Zum Abschluss der Führung stehen wir im „Garten der Erinnerung“. Ein in Form des Zeichens der Unendlichkeit angelegter Garten, der den verwaisten Angehörigen einen Ort zum Gedenken bietet.

Wenig später befinden wir uns auf der Rückfahrt. Im Dunkel des hereinbrechenden Abends lasse ich das Gesehene Revue passieren. Habe ich das angetroffen, was ich erwartet habe? Ich wurde sehr beeindruckt, soviel steht fest.

Ich habe Leben und Tod gesehen. Ich ging davon aus, auf das eine oder andere zu treffen und traf auf beides.
Da wurde mir wieder allzu deutlich, dass der Tod nicht das Gegenstück zum Leben ist. Er gehört zum Leben dazu. Er ist ein fester Bestandteil und viele junge Menschen müssen leider viel zu früh mit diesem Teil des Lebens umgehen.


euer Frederic